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Krönungsstuhl Westminster Abbey: über 700 Jahre alt
Aktualisiert am 28. Oktober 2026
Kurz gesagt: Der Krönungsstuhl der Westminster Abbey ist der Eichenstuhl, auf dem englische und britische Monarchen seit 1308 in der Abbey gekrönt werden. Eduard I. ließ ihn 1300 bis 1301 bauen, um den Stein von Scone aufzunehmen, den er 1296 aus Schottland mitgenommen hatte; der Stuhl ist also mehr als 700 Jahre alt. Er steht hinter Glas in der St George’s Chapel neben dem Langhaus und wurde zuletzt am 6. Mai 2023 für König Charles III. benutzt.
Falls Sie nach dem Material fragen: Der Stuhl ist aus Eiche, die Abbey beschreibt ihn als „oaken chair“, einen Eichenstuhl.
Gebaut für Eduard I. um 1300
Eduard I. gab den Stuhl in Auftrag, um den Stein von Scone zu umschließen, den er 1296 in die Abbey gebracht und der Obhut des Abtes von Westminster übergeben hatte. Die Abbey datiert den Stuhl auf 1300 bis 1301. Wikipedia nennt als Schreiner Walter of Durham und gibt an, dass die Schnitzarbeit von Sommer 1297 bis März 1300 dauerte. Zuerst war ein Stuhl aus Bronze im Gespräch, er wurde aber als zu teuer verworfen.
Das dunkle Holz, das Sie heute sehen, war nicht immer so. Der Stuhl wurde von Master Walter bemalt, mit Vögeln, Blattwerk und Tieren auf vergoldetem Grund. Auf der Rückenlehne ist ein gemalter König zu sehen, entweder Eduard der Bekenner oder Eduard I., die Füße auf einem Löwen. Der Großteil der Vergoldung und des farbigen Glases ist verloren.
Die vier vergoldeten Löwen unter der Sitzfläche kamen später hinzu. Die ersten Löwen wurden Anfang des 16. Jahrhunderts angebracht, die heutigen stammen von 1727.
Der Stein von Scone und seine Rückkehr nach Schottland
Der Stein von Scone ist ein 152 kg schwerer Sandsteinblock. Bis zu John Balliol im Jahr 1292 wurden die schottischen Könige auf ihm gekrönt. Die meisten der folgenden sieben Jahrhunderte lag er in einem Fach unter der Sitzfläche des Stuhls.
Seine jüngere Geschichte ist bewegt:
- 25. Dezember 1950: Schottische Nationalisten stahlen ihn aus der Abbey. Im April 1951 wurde er gefunden und im Februar 1952 in den Stuhl zurückgebracht.
- Zweiter Weltkrieg: Der Stuhl wurde in die Kathedrale von Gloucester ausgelagert, der Stein heimlich in der Abbey vergraben.
- 3. Juli 1996: Premierminister John Major kündigte an, dass der Stein nach Schottland zurückkehrt und nur noch zu Krönungen nach London kommt.
- 13. November 1996: Historic Scotland nahm ihn aus dem Stuhl. Bis 2024 war er im Edinburgh Castle ausgestellt, heute liegt er im Museum von Perth.
- 2023: Er kam in die Abbey zurück und wurde für die Krönung von König Charles III. wieder mit dem Stuhl vereint.
Der Stuhl, den Sie heute sehen, steht also leer.
Graffiti von Westminster-Schülern
Die Rückseite des Stuhls ist mit eingeritzten Namen übersät. Schüler der Westminster School und Besucher schnitzten sie im 18. und 19. Jahrhundert ins Holz. Ein Besucher ritzte „P. Abbott slept in this chair 5-6 July 1800“ in die Sitzfläche.
Der Stuhl hat auch härtere Schläge erlebt. 1914 riss ein Bombenanschlag, vermutlich von Suffragetten, eine kleine Ecke ab. Wikipedia datiert den Anschlag auf den 11. Juni 1914 und hält fest, dass keiner der 70 Menschen in der Abbey verletzt wurde.
Bei jeder Krönung seit 1308
Laut der Abbey wird der Stuhl seit 1308 bei Krönungen verwendet, auch wenn Historiker darüber streiten, wann er zum ersten Mal für die eigentliche Krönung diente. Spätestens 1399 war das der Fall, als Heinrich IV. auf ihm gekrönt wurde. Seit Jakob I. dient er sowohl für die Salbung als auch für die Krönung.
Es gibt Ausnahmen:
- Maria I. lehnte ihn ab, weil sie ihn durch ihren Vorgänger für „befleckt“ hielt; sie nutzte einen anderen Stuhl.
- Bei der gemeinsamen Krönung von Wilhelm III. und Maria II. 1689 saß Wilhelm auf dem alten Stuhl, für Maria wurde ein zweiter angefertigt. Er gehört bis heute zu den Sammlungen der Abbey.
Zweimal verließ der Stuhl die Abbey für Staatsanlässe: Oliver Cromwell saß darauf, als er in der Westminster Hall als Lord Protector eingesetzt wurde, und er wurde 1887 bei den Gottesdiensten zum Goldenen Thronjubiläum von Königin Victoria verwendet.
Bei einer Krönung wird der Stuhl in die Mitte der Kirche vor den Hochaltar gestellt. Für König Charles III. am 6. Mai 2023 stand er auf dem mittleren Rundfeld des Cosmati-Pflasters aus dem 13. Jahrhundert, und der König saß darauf für Salbung, Investitur und Krönung. Mehr dazu unter Krönungen in der Westminster Abbey.
Wo Sie ihn beim Besuch sehen
Der Stuhl steht auf einem Sockel hinter Glas in der St George’s Chapel neben dem Langhaus. Er ist oft umgezogen: Jahrhundertelang stand er in der Kapelle Eduards des Bekenners, im Februar 1998 kam er in den Chorumgang, nachdem diese Kapelle für normale Besucher geschlossen wurde. Im April 2010 wurde er zur Restaurierung in die St George’s Chapel gebracht, 2012 war der restaurierte Stuhl wieder zu sehen, und 2013 folgten ein neuer Sockel und Baldachin nach Entwurf von Ptolemy Dean, dem Surveyor der Abbey.
Er liegt auf der regulären Besucherroute, und private Fotos ohne Blitz sind in den meisten Bereichen der Abbey erlaubt. Das Eintrittsticket für die Westminster Abbey kostet 37 € inklusive Multimedia-Guide. Wer die Krönungsgeschichte vor Ort erzählt bekommen möchte, bucht eine Führung durch die Abbey ab 87 €. Was es auf der Route sonst noch gibt, lesen Sie in unserem Ratgeber Westminster Abbey von innen.
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Häufige Fragen
Wie alt ist der Krönungsstuhl?
Er wurde 1300 bis 1301 für Eduard I. gebaut und ist damit mehr als 700 Jahre alt. Seit 1308 wird er bei Krönungen verwendet.
Welcher Stein gehört unter den Krönungsstuhl?
Der Stein von Scone, ein 152 kg schwerer Sandsteinblock, auf dem die schottischen Könige gekrönt wurden. Eduard I. brachte ihn 1296 in die Abbey. 1996 kehrte er nach Schottland zurück, heute liegt er im Museum von Perth und kommt nur zu Krönungen zurück zum Stuhl.
Wird der Krönungsstuhl noch benutzt?
Ja. König Charles III. saß am 6. Mai 2023 für Salbung, Investitur und Krönung darauf; der Stein von Scone lag an diesem Tag wieder an seinem Platz.
Aus welchem Holz ist der Krönungsstuhl der Westminster Abbey?
Der Stuhl ist aus Eiche; die Abbey selbst nennt ihn einen „oaken chair“, einen Eichenstuhl.
Quellen